Begeisterung beim Mauern, Kneten, Drähte biegen

Berufsparcours in Büdingen war ein voller Erfolg

 

„Es ist laut, es stinkt und man kann sich weh tun – geil!“, so das begeisterte Fazit einer Schülerin aus der 8. Klasse, nachdem sie sich an verschiedenen Handwerken ausprobiert hatte. Viele Schülerinnen und Schüler können sich nur noch wenig unter Berufsbezeichnungen vorstellen, Berufsmessen und Informationsveranstaltungen mit Frontalbeschallung verlaufen für Jugendliche wie auch für Unternehmen oftmals enttäuschend. Der Wetteraukreis führte deshalb am 2.12. in der Schule am Dohlberg ein innovatives, praxisnahes Format durch: einen Berufsparcours. Teilnehmen konnten Haupt- und Realschulklassen aus der gastgebenden Schule sowie der Limesschule in Altenstadt, der Gesamtschule Konradsdorf und der Gesamtschule Gedern.

 

Dabei mussten die Schülerinnen und Schüler der 8. und 9. Klassen nirgendwo viel zuhören, sondern konnten in „Mini-Praktika“ einfach mal anfassen und machen, und wenn sie auf dem Holzweg waren, dann haben sie auch schon mal einen Ratschlag vom mitmauernden Kumpel bekommen: „Junge, das ist doch wie bei Lego! Du darfst die Steine nicht einfach aufeinander legen, sondern versetzt, dann hält die Mauer!“

 

Das vom Technikzentrum Minden-Lübbecke entwickelte und lizensierte Konzept hat sich in anderen Regionen bereits bewährt, viele Tausend Schülerinnen und Schüler haben dadurch praxisnahe Einblicke in verschiedenste Berufe mit ihren typischen Materialien und Werkzeugen bekommen. Bei der vom Faktor 10 – Institut in Friedberg organisierten „Erstauflage“ des Berufsparcours in der Wetterau konnten sie beispielsweise aus Draht Buchstaben biegen und zu ihrem Namen zusammenlöten, Teig kneten oder ihrem Klassenkameraden den Blutdruck messen. Dabei wurden Rollenklischees ganz schnell vergessen: Aufwendig manikürte Mädchenhände packten ganz selbstverständlich die schweren Mauersteine an, während Jungs mit hippen Frisuren keine Scheu hatten, ihrem „pflegebedürftigen“ Kumpel Essen anzureichen. Die Wahl möglicher Praktikums- und Ausbildungsstellen wird auf diese Weise erweitert und auf eine solidere Grundlage gestellt.

 

Aber nicht nur die Jugendlichen profitieren: Die Unternehmen konnten 350 Schüler/innen in Aktion sehen und Kontakte zu motivierten und begabten jungen Leuten knüpfen – ein Wettbewerbsvorteil in Zeiten des drohenden Fachkräftemangels. Und so waren nach einem munteren und anstrengenden Schultag die beteiligten Unternehmer, Ausbilder und Azubis begeistert – vom lebendigen Veranstaltungskonzept, aber vor allem von den engagierten Schülerinnen und Schülern.

Wir danken den teilnehmenden Unternehmen:

Amt für Bodenmanagement, Büdingen

ASCO Deutschland GmbH, Gedern

Bäckerei Löber, Echzell – als Vertretung der Bäcker-Innung des Wetteraukreises

Bundespolizeiakademie, Einstellungsberatung Frankfurt/M.

Capio Mathilden-Hospital, Büdingen

Ille Papier-Service GmbH, Altenstadt

Markus Rang, Fotograf, Dreieich

Martin Röhling, Steinmetz, Nidda

Pflegedienst Wirsing, Altenstadt

Restaurant Baumhaus, Ranstadt

Schlosserei Ralf Schneider, Wölfersheim

Staatlich anerkannte Altenpflegeschule, Ortenberg

Uhl GmbH & Co. KG Spezial- und Schwertransporte, Nidda

Veranstalter: Wetteraukreis, Fachbereich Jugend und Soziales, Förderung durch die „hessenweite Strategie OloV“ (“OloV wird gefördert von der Hessischen Landesregierung aus Mitteln des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung, des Hessischen Kultusministeriums und der Europäischen Union – Europäischer Sozialfonds.”)

 

Fotos: Grell (Wetteraukreis)

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