Weniger ist mehr? Suffizienz und Nachhaltigkeit

Neue Serie: "Suffizienzstrategien im Alltag"

I love simplicity - Nachhaltigkeit durch Suffizienz

 

Wie viel ist genug? Was braucht man, um ein glückliches Leben zu führen? Jede/r wird darauf eine andere Antwort geben. Glaubt man der Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Psychologie, Andrea Abele-Brehm, dann hat ein glückliches Leben mit psychologischem Reichtum zu tun. Dieser lässt sich in drei Bereiche untergliedern:

  • Freude, Genuss, Spaß – eine kurzanhaltende Freude, wie ein Einkauf, ein gutes Essen oder eine erbrachte Leistung.
  • Sinn – in dem, was man tut.
  • Aktivität und Engagement – Anderen etwas Gutes tun. (1)

 

Alternativen zum Konsummodell?

Konsum ist gebundene Lebenszeit. Für den Konsum müssen wir einen Teil unserer Zeit mit Arbeit verbringen und dann noch auf den immer unübersichtlicheren Märkten ein Konsumgut finden und Informationen darüber zusammentragen. Fällt die Kaufentscheidung, haben wir neuen Besitz erstanden. Doch dieser Besitz bindet wiederum unsere Zeit. So will ein Auto beispielsweise gewartet werden, die Reifen müssen gewechselt werden, man muss sich mit Versicherungen auseinandersetzen und die tägliche Zeit im Stau und die Parkplatzsuche rauben uns weiter Nerven. Schnell zerbröselt der Traum der Freiheit, welche uns die Werbung für das neue Auto versprochen hat. Doch wie können wir dem Konsumdiktat entgehen? Gibt es erprobte Strategien für einen entrümpelten Alltag, der uns mehr Freude bringt und dabei noch mit der Umwelt und unseren Mitmenschen in Einklang zu bringen ist? Diese Alternativen gibt es! In dieser Serie sollen einige von ihnen vorgestellt werden, denn Nachhaltigkeit ist kein abstraktes Konstrukt, das mit Maschinen in Produktionsprozessen umgesetzt wird. Nachhaltigkeit beginnt bei uns, unserem Verhalten und unseren alltäglichen Entscheidungen.

 

Suffizienz als Strategie für mehr Nachhaltigkeit

Die Erfahrung hat gezeigt, dass ökologische Erfolge durch Effizienzstrategien teilweise durch Rebound-Effekte kompensiert werden. Dank der neuen Dämmung eingespartes Geld für Heizöl wird für eine Flugreise ausgegeben und der Klimaschaden ist eventuell höher als ohne Dämmung. Auch eine vollständige Kreislaufführung (Konsistenz) ist noch nicht in Sicht. Cradle-to-Cradle ist hier aber ein Ansatz, über den wir bald berichten werden. Suffizienz, also das „rechte Maß“, die Frage „Wie viel ist ausreichend?“, ist eine elementare Strategie auf dem Weg zu einer ökologisch verträglichen Gesellschaft (2).

Wir benötigen aber nicht nur die Frage der Quantität, sondern auch die Frage nach der Qualität: Wie gestalten wir das „genug“? Hier sollen die nächsten Beiträge der Serie „Suffizienzstrategien im Alltag” ansetzen. Um vorab schon ein wenig in das Thema zu finden empfiehlt sich das Interview mit Prof. Dr. Niko Paech über Suffizienz, Minimalismus und Nachhaltigkeit. Zu finden auf dem Blog einfachbewusst. Paech führt hier auch kurz in die Postwachstumsökonomie ein, die auch auf unserem Blog bald Thema sein wird.

 
 
Auch interessant:
Unser Projekt “Nutzen statt Besitzen”
 

Quellen:

1 Interview mit Andrea Abele-Brehm

2 „Weder Mangel noch Übermaß: Warum Suffizienz unentbehrlich ist.“ Wuppertal Institut. Online verfügbar

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